Wohnungsnot vs Ferienwohnungen

Wohnungsnot auf Mallorca

Der Wohnraum ist knapp geworden auf Mallorca und die Mietpreise steigen in neue Dimensionen. In vielen Regionen der Insel sind die Mieten im vergangenen Jahren beträchtlich angestiegen. Besonders groß ist die Wohnungsnot in der Hauptstadt Palma. In den letzten 5 Jahren um 40 Prozent. Die durchschnittliche Miete, im Neubau oder modernisierten Altbau, beträgt inzwischen fast 14,- Euro/m². Was allerdings ebenso angestiegen ist, ist der Immobilienverkauf von Eigentumswohnungen. Wobei die wenigsten Eigentümer auch dort wohnen und eher an Feriengäste vermieten. Das ist wesentlich lukrativer als sich langfristige Mieter zu suchen. So macht sich eine Eigentumswohnung schnell bezahlt.

Unzufriedenheit bei den Mallorquinern steigt

Die Inselbewohner stören sich an der Touristenflut, deren Zahl sich jährlich erhöht. Für sie wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. So geht der Großteil des Nettoeinkommens für die Miete drauf. Die Einheimischen protestieren gegen die illegalen Ferienwohnungen und organisieren inzwischen Demonstartionsmärsche in denen Sie sich als Tourist verkleiden und durch Palma ziehen. Die katalanische Jugendorganisation Arran geht etwas anders gegen den Tourismus vor. Sie beschmieren Touristenbusse, zerstechen die Fahrradreifen von Touristen oder zünden Farbbomben im Yachthafen.

Die Vermietung an Touristen in der Alstadt Palmas ist verboten. Aber trotz Verbot ist es möglich über einige Internetplattformen sich dort eine Wohnung zu mieten. Um das zu kontrollieren, gibt es eine Einheit in der Tourismusbehörde die gesetzeswidrige Vermietung aufspüren sollen. Sie besteht allerdings nur aus 15 Inspektoren für die gesamte Insel, die dank der neuen digitalen Technik auch rasch fündig werden. Die Strafen sind hart und wer erwischt wird muss mit einem Bußgeld von 3000 bis 30.000 Euro rechnen.

FerienvermietungscheckOhne Lizenz ist das vermieten an Touristen generell auf Mallorca verboten. Wer sich eine Ferienwohnug anmieten möchte sollte besser wissen das der Vermieter auch eine Lizenz dafür besitzt. Das zu überprüfen ist inzwischen ganz einfach. Das balearische Tourismusministerium hat dafür letztes Jahr eine kostenlose APP (Ferienvermietungscheck Mallorca) für Android und IOS herausgebracht in der, der Urlauber die Möglichkeit hat, seine oder die zu mietende Unterkunft zu checken. Zudem gibt es eine dazu angelegte Website, (Registre d’empreses, activitats i establiments turístics) auf der alle legalen Ferienunterkünfte und touristischen Betriebe aufgeführt sind. Es ist besser die Ferienwohnung im Vorfeld zu überprüfen bevor man als Urlauber das Feriendomiziel verlassen muss oder gleich zu Beginn vor verschlossenen Türen steht. Was ja schon alles vorgekommen ist.

Viele leer stehende Wohnungen auf Mallorca

Wer auf Mallorca mehrere Wohnungen besitzt und diese auch noch leer stehen lässt, hat ebenso ein Problem. Die müssen, in bestimmten Fällen, laut dem neuen Wohnungsgesetz „Ley de Vivienda“, die Wohnung mehrere Jahre dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stellen. Stehen diese länger als zwei Jahre leer kann die Regierung darüber verfügen. Dafür stellen sie extra mehr Inspektoren ein die sich auf die Suche nach leer stehenden Wohnungen machen. Augenmerk gilt den Immobilien der Banken. Sie hatten in der Wirtschaftskrise das Eigentum ihrer Kunden übernommen da diese ihre Hypotheken nicht mehr zahlen konnten. So stehen wahrscheinlich hunterte von Wohnungen leer die nur der Spekulation dienen.

Wohnungsnot macht erfinderisch

Durch die Wohnungsnot wird jeder freie Platz zu Wohnraum gemacht. So werden Geschäfträume wie Büros oder Ladenlokale in Wohnraum umgewandelt und vermietet oder verkauft. Inzwischen lassen sich sogar Wohnmobile, Wohnwagen und Boote vermieten. Was kommt danach? Wohnen im Auto, in der Garage oder im Karton?





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Eine Antwort zu “Wohnungsnot vs Ferienwohnungen”

  1. ArnolD sagt:

    Hallo, da es unbewohnte Objekte gibt sollten die schleunigst besetzt werden. Wenn die nur der Spekulation dienen wird sich für die Hausbesetzer wohl kaum einer Interessieren. Das merken die Spekulanten doch nicht.

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