Vegan essen in der „Cantina Vegana“

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Ich weiß, vegan ist das Unwort 2014. Trotzdem unbedingt weiterlesen: Ein erstaunlicher Erfahrungsbericht von Barbara Röss

Bevor Sie jetzt beim Lesen des Titels die Augen verdrehen und den Artikel weg klicken – niemand will Sie bekehren und ich verspreche Ihnen, es geht um Sobrasada und Boquerones – die beiden klassischen Spezialitäten der Balearen-Insel!

Sie denken jetzt vielleicht das geht doch gar nicht, weil vegan ja bekanntlich heißt: ohne jegliche tierischen Produkte. Also kein Ei, keine Milch, kein Fleisch, etc. Und ich sage Ihnen: ES GEHT!

DIE CANTINA VEGANA

 

Direkt bei meinem ersten Besuch, habe ich Kerstin Hering kennen gelernt. Die Deutsche lebt seit 4 Jahren vegan und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die beliebten Gerichte Mallorcas zu „veganisieren“.

Und die müssen alle super schmecken, denn sonst würden die Mallorquiner, die gar keine Veganer sind, sicher nicht regelmäßig in die Cantina Vegana zum Mittagessen gehen.

Also auch für NICHT-VEGANER geeignet!

Gut, in Foners, in der Calle De Tomas Forteza gibt es nicht so viel andere Restaurants zur Auswahl, aber – wenn es denen nicht schmecken würden, dann kämen sie auch nicht. Stattdessen lädt die alte Nachbarin ihre fünf Freundinnen zum Mittagessen ein, um die auf´s Glatteis zu führen. Und erst am ENDE des Essen zu sagen:

„Und? Wie hat euch das vegane Essen geschmeckt!“

„Vegan? Das war doch nicht vegan.“

behaupten alle Damen am Tisch.

CANTINA VEGANA kommt an in der Nachbarschaft

 

Immer ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht: Kerstin von der Cantina Vegana

Kerstin Hering von der Cantina Vegana

Ich vermute, dass sich die Damen von dem Erscheinungsbild der Cantina haben täuschen lassen. Gut ja, es ist alles weiß, grün schlicht gehalten. Aber auf dem Tresen gibt es wie in jeder guten Tapasbar die kleine Kühltheke zum aussuchen der Tapas und da drin liegt „Eier-Salat“, „Fleischbällchen“, und eben die besagt „Sobrasada“.

Kerstin Hering hat sich mittlerweile dem Tisch genähert und sagt lächelnd.

„Eigentlich heißt die Sobrasada bei uns SoVrasada und die Boccorones – Vocconores“

Da es den Ladies gut geschmeckt hat, lachen sie nur über die spanischen Aussprache, die es überhaupt erst möglich macht, dass so eine kleine Änderung in der Schreibweise kaum auffällt.

Die Cantina selbst hat einen – wie der Name schon sagt, eher Kantine-artigen Charme. 

Fast schon landestypisch – nur vielleicht ein bisschen schicker. Bestellt wird am Tresen. Dann gibt´s ein Tablette mit einem Gemüse-Aufsteller mit einer Nummer drauf. Wenn das Essen fertig ist, wissen die spanisch, englisch und zum Teil auch deutsch-sprechenden Bedienungen ganz genau wer den veganen Cheeseburger, wer den Vishburger (ja mit V!) und wer die falschen Sardellen – also die Voqueneres bekommt.

Das Essen kommt relativ zügig – dafür gibt es aber auch jeden Tag nur eine beschränkte Auswahl an Speisen.

Für Internetjunkies, wie mich, ist die kurze Wartezeit gut zu überbrücken, denn es gibt dort WiFi. 

Ich liebe den Platz am Fenster. Da setzt sich gelegentlich jemand zu mir auf die schwarzen Stühle an den langen Kantinen-Tischen. Außerdem kann ich hier die lustigen Gespräche über die falsche Bolognese-Sauce auf den Gemüse-Spaghettis anhören. Gerade Nicht-veganer sind oft irritiert und trauen sich auch gar nicht recht irgendetwas zu bestellen, weil

„Ich werde bestimmt nicht satt.“

und

„Ich bin hier nur meiner Freundin zu liebe. Ich würde sonst niemals freiwillig vegan Essen.“

Alle werden satt!

Cantina Vegana bietet die Klassiker

SoVrasada – schmeckt wie das Original ist aber vegan  – also ohne tierische Produkte gemacht!

Mein persönliches Highlight ist dann immer der erste Gesichtsausdruck, wenn die vorher quengelnden Fleisch-Esser, dann den ersten Bissen runtergeschluckt haben.

„Das ist ja super lecker! Ne jetzt, ehrlich. Das schmeckt ja richtig gut.“

Bekehrt wird hier keiner. 

Aber: Vegan ist lecker. Und wie Kerstin Hering immer so schön sagt: am besten überzeugt man Menschen mit leckerem Essen. Und das kriegen Sie in der Cantina Vegana garantiert.

Von mir – gibt es für dieses kleine Start-up östlich der Altstadt fünf von fünf Sternchen! 

PS: Die Geschichte zu Kerstin Hering – was sie vorher gemacht hat und warum sich für die Ex-Berlinerin ein Traum erfüllt hat mit der Cantina Vegana – das lesen Sie auf meinem Blog www.mallorca-talks.com/cantina-vegana/





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