Der Bürgermeister von Andratx wo auch viele Deutsche ihre Ferienvillen stehen haben, wurde zusammen mit vier anderen Verdächtigen verhaftet.
Andratx liegt fern vom Rummel des Massentourismus und ist eine in der Natur gelegene Kleinstadt mit rund 10 000 Einwohnern. Hier lockt es viele Promis und Reiche her und gilt als prima Investitionsanlage in der Immobilienwirtschaft.
Allerdings ging es beim Bau einiger Häuser wohl nicht ganz sauber zu. Die Polizei stürmte das Rathaus und und befahl den Angestellten: "Aufstehen und weg von den Computern!" Dem Bürgermeister von Andratx Eugenio Hidalgo sowie seinen Komplizen wird vorgeworfen, die Bebauung der Naturlandschaft im Westen der Insel vorangetrieben und dabei kräftig in die eigenen Taschen gewirtschaftet zu haben. Die Beamten führten die Verdächtigen in Handschellen ab. Sie durchsuchten die Amtsräume und beschlagnahmten Computer und Tausende von Unterlagen. In den Wohnungen der Verdächtigen stellten sie ebenso Bargeld und wertvolle Kunstwerke sicher. Unter den Festgenommenen war auch der Generaldirektor für Stadtplanung der Balearen-Regierung, Jaume Massot.
Laut Presseberichten steht die Gruppe im Verdacht, eigenen Firmen in Andratx zu Baugenehmigungen verholfen, Schmiergelder kassiert und Millionenvermögen angehäuft zu haben.
Schon seit langem wurde Hidalgo vorgeworfen, in der Gegend um Andratx landschaftlich geschützte Flächen bebauen zu lassen. Inzwischen liegen beim Gericht gegen Hidalgo sieben Verfahren vor. Die betroffenen Baustellen stehen jetzt unter Baustop und können evtl. auch der Abrissbirne zum Opfer fallen. Ebenso die illegal gebauten Objekte ohne richtige Baugenehmigung sind gefärdet.
Der Skandal auf Mallorca ist nur die Spitze eines Eisbergs. „Die Inselgruppe der Balearen und vor allem Mallorca sind dabei, sich in eine Art von Kleptokratie (Reich der Diebe) zu entwickeln, wo die Mehrheit der Politiker Dreck am Stecken hat“, laut der Zeitung „El Mundo“.