Der Prozessionsspinner

Prozessionsspinner

Prozessionsspinner – Vorsicht ist jetzt geboten

Ich wurde schon oft von Touristen gefragt was das für seltsame Kokons sind die in den Pinien zu sehen sind. Und manch einer erschrickt wenn er sieht, das Bauern mit der Schrotflinte darauf regelrechte Schießübungen veranstalten.
Diese Kokons sind der Unterschlupf zu einem der übelsten Schädlinge die man im gesamten Mittelmeerraum, eben auch auf Mallorca, findet. Die Rede ist von den Raupen des Prozessionsspinners, genauer gesagt, des Pinien-Prozessionsspinners.

Man sollte tunlichst vermeiden mit ihnen in Berührung zu kommen. Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, welche ein Gift enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis oder sogar einen allergischen Schock auslösen. Ebenfalls können sie starke Hautreizungen und sogar Asthmanfälle hervorrufen. Bei Tieren, insbesondere Hunden, wenn sie in ihrer Neugier mit der Nase an ihnen schnüffeln, unter Umständen sogar schwerste Vergiftungen in der Schnauze. Augenkontakt ist immer mit dem Besuch beim Tierarzt verbunden. Nicht selten erblinden die Tiere.
Auch den Menschen ist zu empfehlen bei Wanderungen in Kieferwäldern jetzt hochgeschlossene Kleidung zu tragen um das Kontaktrisiko zu minimieren.

Die Raupen sind nachtaktiv und fressen verteilt in kleinen Gruppen auf den Zweigen. In der Morgendämmerung kehren sie in das Gespinst zurück. Die Überwinterung findet in den Gespinsten statt, die Entwicklung wird erst im darauf folgenden Frühjahr beendet. Zum Frühjahr beginnt der Verpuppungsprozess der Prozessionspinner. Zur Verpuppung wandern die Raupen in für sie typischen Prozessionen hintereinander gekettet. Die Ketten umfassen bis zu 30 Tieren. Die eigentliche Verpuppung findet schließlich im Erdboden in einem braun gefärbten Kokon statt. Die Raupen können sich bis zu 20 Zentimeter tief eingraben.

Der Grund für die Verkettung der Raupen in einer Reihe liegt wahrscheinlich darin, dass die Raupen in der Formation für Fressfeinde (Vögel) als Schlange erscheinen und somit von ihnen nicht als Nahrung erkannt werden.
Wie erkennt man die Raupen des Prozessionspinners? Sie erreichen eine Körperlänge von bis zu 5 Zentimetern. Ihre Oberseite ist blauschwarz und sie tragen am Rücken eines jeden Segments einen gelben bis rostroten Querwulst. Die Unterseite der Tiere ist weiß bis hellgrau. Beide Körperseiten sind lang weißlich behaart.

Wenn man einer Raupenkette begegnet, sollte man nicht auf sie treten. Die kurzen Brennhaare des Prozessionspinners, das sind die giftigen, lösen sich sehr leicht vom Körper und ein leichter Windhauch lässt sie schon durch die Gegend wirbeln. Jeder Kontakt damit kann schon die oben genannten Reaktionen auslösen.

Was muss ich machen wenn ich mit den Raupen des Prozessionsspinners in Berührung gekommen bin?

 Sofort duschen, Haare waschen (mit Seife spülen, nicht reiben!) und die Kleider wechseln.

 Nicht kratzen; kontaminierte Hautpartien evtl. mit Klebestreifen von den Haaren befreien.

 Die kontaminierten Kleider luftdicht und separat lagern und bei mindestens 60°C waschen.

 Die betroffenen Hautpartien können mit Antihistamingel (z.B. Fenistil) behandelt werden.

 Bei sehr starkem Juckreiz oder anderen auffälligen Symptomen ist ein Arzt aufzusuchen.

Seit Jahren versucht man diesen Schädling zu bekämpfen. In befallene Bäumen werden Pheromonfallen gehängt die einen Lockstoff enthalten der die Raupe tötet. Mit mehr oder weniger großem Erfolg. Die effektivste Methode wäre, die Gespinste der Raupen von Fachleuten in den Wintermonaten aus den Bäumen herauszuschneiden und anschliessend zu verbrennen. Dabei ist immer auf den Körper bedeckende Schutzkleidung zu achten. Machen sie das niemals selbst. Auf Mallorca überlassen es die meisten Gemeinden den Grundstücksbesitzern selbst dieser Raupenplage Herr zu werden. Und deshalb kommen manche eben auf die Idee, die Nester mit Schrot aus den Bäumen zu schiessen.Höchst gefährlich und wenig effektiv. Die Brennhaare der Raupe können selbst bei Windstille bis zu 200 Metern weit durch die Luft treiben. Dadurch können zufällig vorbeikommende Spaziergänger schon gefährdet sein.

Die Waldregionen auf den Balearen wurden im Herbst des vergangenen Jahres von Flugzeugen aus mit einem Insektizid besprüht. Angeblich ist dieses für Mensch und Tier ungefährlich. In den betroffenen Gebieten kritisierten aber Anwohner, dass sie nicht ausreichend über diese Maßnahme informiert wurden. Das eingesetzte Pflanzenschutzmittel „Dimilin“ gilt als äusserst krebseregend.

Deshalb zum Schluss noch einmal mein Rat, halten sie sich möglichst nicht in der Nähe von Bäumen auf in denen sie die Nester des Prozessionsspinners sehen.





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5 Antworten zu “Der Prozessionsspinner”

  1. Helfe sagt:

    Bin ihnen heute begegnet und war fasziniert von dem Geschehen …hab keine Allergie oder sonstiges entwickelt finde es unerträglich wenn solche Wunder der Natur so schlecht gemacht werden…

  2. Zalim sagt:

    Da musste nur kräftig mit der Hand draufhaun dann ist ruh. Den anderen Quatsch kannste dir klemmen.

  3. Winfried Kasper sagt:

    Meine Erfahrung mit diesen Raupen:
    Wenn man auf eine Reihe dieser Raupen stösst,

    1. Einen Eimer mit Wasser 3/4 voll füllen
    2. Einen Spritzer Geschirrspülmittel in den Eimer geben
    3. Raupenkette mit einem langen Besen zusammenkehren
    4. Raupen auf eine Schippe kehren
    5. Alle Raupen in den Eimer schütten
    6. Die Raupen ersaufen in kurzer Zeit
    7. In Toilette gründlich entsorgen, Sauberkeit kontrollieren.

    Auf dass diese Scheissdinger niemand mehr schaden !!!

  4. Kräuterhexe sagt:

    Alles was stört macht der Mensch kaputt. Frage mich ob es da nicht auch andere Lösungen gibt. Schließlich waren die Tierchen schon vor allem anderen da. Oder?

  5. gerhard sagt:

    ich habe schon einmal mit solch einem kleinen Stachel dieser Raupen bekanntschaft gemacht. Leute das ist keine gute Erfahrung und auch eine schmerzhafte Geschichte. Was wird aus den Raupen? Schmetterlinge?

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